Er wollte voll auf Angriff fahren und zeigen, dass künftig wieder mit ihm zu rechnen ist. Diesen Vorsatz konnte Moritz Milatz bei der Marathon-WM in Belgien sehr gelungen umsetzen. In einem Ausscheidungsrennen, bewies der junge Freiburger Rad-Profi die nötige Moral und wurde am Ende dafür mit Platz elf belohnt.
1.000 Meter Sprintstrecke bis zur Spitze des Feldes
Vom ungünstigen Startplatz 88, sprintete Moritz sofort zur Spitze des Feldes und biss sich dort in einer größeren Verfolgergruppe fest. Ein kleiner Einbruch 20 Kilometer vor dem Ziel, brachte dann Moritz etwas aus dem Tritt und er musste 'reißen' lassen. Zwei Power-Gel später aber, hatte er sich dann wieder stabilisiert und konnte die gute Platzierung ins Ziel retten. Soeben am Telefon schilderte Moritz das Rennen als äußerst brutal: "Gleich vom Start weg wurde kein Pardon gegeben und die ganze Strecke war ein andauerndes Auf und Ab, mit kurzen, steilen Anstiegen, ohne dass man sich irgendwann hätte erholen können." Aber natürlich bin ich mit diesem Resultat mehr als zufrieden, immerhin bin ich erst nach dem Rennen in St. Märgen wieder ins richtige Training eingestiegen und freue mich jetzt riesig über das Ergebnis."
Überlanges Cross-Country-Rennen mit Top-Besetzung
Das Profil dieses Marathon-Rennens schien vor allem auf die XC-, weniger auf die Ausdauer-Spezialisten zugeschnitten zu sein. Immerhin ähnelte der Kurs, mit seinen anspruchsvollen Singletrails, durchaus einem XC-Rennen, war allerdings mehr als doppelt so lang! Daher konnte es nicht verwundern, als ausgerechnet Fahrer wie Sauser, Näf, Paulissen etc. vom Start weg die Initiative übernahmen. Der Belgier Paulissen musste dann schließlich die Schweizer Doppelspitze Näf, Sauser ziehen lassen, die ihren Vorsprung kontinuierlich ausbauten. Dahinter folgte mit Abstand, eine große Verfolgergruppe, in der sich zusammen mit Moritz, auch noch mit Karl Platt ein weiterer deutscher Fahrer befand.
Schweizer Doppelsieg bei Damen und Herren
Weltmeister wurde dann nach 105 Kilometern und 3.300 Höhenmetern der Schweizer Christoph Sauser in 4:23:19 Stunden und übernahm damit den Titel von seinem Landsmann Ralph Näf. Dieser hatte lange das Rennen zusammen mit Sauser bestimmt, bevor ihn dann zum Ende, ein Defekt alle Sieg-Chancen nahm. Auch bei den Frauen triumphierte die Schweiz: Petra Henzi konnte Europameisterin Sabine Spitz zum Ende hin abschütteln und folgte damit ihrem Landsmann Sauser auf den Marathon-Thron!
Ergebnisse Herren:
1. SAUSER Christoph SUI 4:23:14
2. PAULISSEN Roel BEL 4:28:29 +5:15
3. DIETSCH Thomas FRA 4:30:32 +7:18
4. PAEZ LEON Hector Leonardo COL 4:31:27 +8:13
5. DE BERTOLIS Massimo ITA 4:31:56 +8:42
6. MEIRHAEGHE Filip BEL 4:32:57 +9:43
7. SIMONI Gilberto ITA 4:32:58
8. KESSIAKOFF Fredrik SWE 4:32:59
9. PLATT Karl GER 4:33:00
10. LAKATA Alban AUT 4:33:18 +10:04
11. MILATZ Moritz GER 4:37:27 +14:12
12. KUGLER Andreas SUI 4:37:41 +14:27
13. PETERS Bas NED 4:38:37 +15:23
14. CARO SILVA Julio Humberto COL 4:38:37
15. SARAMOTINS Aleksejs LAT 4:40:25 +17:10
16. SPAETH Sandro SUI 4:40:56 +17:42
17. MARKT Karl AUT 4:40:59 +17:44
18. SAHM Stefan GER 4:41:51 +18:37
19. PALLHUBER Johann ITA 4:42:00 +18:46
20. DEHO Marzio ITA 4:42:36 +19:22
21. KRALER Martin AUT 4:44:54 +21:40
22. ZAHND Thomas SUI 4:45:10 +21:56
23. STAUDER Roland ITA 4:45:25 +22:11
24. GENZE Hannes GER 4:48:08 +24:54
25. VOKROUHLIK Tomas CZE 4:48:10 +24:56
30. GOLDERER Roland GER 4:50:03 +26:49
54. FRIEDRICH Max GER 5:08:35 +45:21
Ergebnisse Frauen:
1. HENZI Petra SUI 5:12:11
2. SPITZ Sabine GER 5:14:18 +2:07
3. SUNDSTEDT Pia FIN 5:24:10 +11:59
4. VAN ROOIJ-VINK Elsbeth NED 5:35:33 +23:21
5. SÜSS Esther SUI 5:36:00 +23:48
6. STAFFLER Evelyn ITA 5:39:21 +27:10
7. VAN MEURS Arielle NED 5:41:01 +28:49
8. SCHWING Katrin GER 5:45:44 +33:32
9. KOBA Sarah SUI 5:45:58 +33:47
10. ENOCSSON Anna SWE 5:46:12 +34:01
15. KRAFT Ivonne GER 5:59:33 +47:22