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Vorbericht: XCO-Europameisterschaft in Haifa (ISR)

Moritz Milatz
Moritz Milatz
Team-Relay
Wechsel!
Erschöpft!
Moritz Wahl für die EM
Seit Dienstag dieser Woche findet in der israelischen Hafenstadt Haifa die Mountainbike-Europameisterschaft statt. Bereits traditionell beginnen die Wettbewerbe dabei mit dem sogenannten Team-Relay, bei dem jede Nation vier Fahrer in den Kategorien Junioren, U23, Damen und Herren stellt, wobei die Fahrer jeweils eine Runde auf dem offiziellen Rennkurs absolvieren müssen. In welcher Reihenfolge bleibt dabei den einzelnen Nationen und deren Renntaktik überlassen. Hauptsache: Es sollte schnell sein, denn das Team mit der kürzesten Gesamtzeit gewinnt. Am Tag darauf folgen die Juniorenrennen, danach die Rennen der U23 und zum Abschluss der Kontinentalmeisterschaft steht dann das spannende Finale bei den Damen und Herren auf dem Programm. Hier gibt es die größten Starterfelder und gleichzeitig die engste Leistungsdichte. Auch der Freiburger Moritz Milatz will als einer von zwei deutschen Startern die Farben Deutschlands – seit neuestem auch 'Schland' genannt - würdig vertreten, wenn übermorgen am Freitag um 11:00 Uhr, der Startschuss im Hinterland Haifas ertönt.

Das Team-Relay ist nicht der Deutschen Sache
Ja 2004, da hat es einmal – unter Mitwirken von Moritz Milatz - mit einer Silbermedaille geklappt. Sonst waren die Meriten der Deutschen Mountainbiker beim Teamwettbewerb eher dünn gesät. Stürze, Defekte und sonstige Malaisen sorgen regelmäßig dafür, dass die Auftaktveranstaltung nicht mit einem Glücksgefühl für die Deutschen Piloten begann. Irgendwie ist da immer der Wurm drin, so auch vergangenen Dienstag, als U23-Startfahrer Markus Bauer nach unglücklichem Reifendefekt gleich mal fünf Minuten kassierte. Moritz Milatz konnte den Rückstand dann zwar noch um 30 Sekunden verringern, aber für mehr als einen enttäuschenden zehnten Platz reichte es nicht. Besser machten es Tags darauf die Juniorinnen, die Silber und Bronze fürs Deutsche Team errangen.

Der Nahe Osten gehört zu Asien – Israels Sportler zu Europa
Leider fehlen in der Startaufstellung der Herrenelite - wegen anderer Planungen - sowohl der Olympiasieger wie auch der Weltmeister bei diesen europäischen Kontinentalmeisterschaften, die sinnigerweise auf asiatischem Boden stattfinden. Auch sind nicht alle Betreuer und Teams darüber glücklich, ausgerechnet im Hochsommer bei einer Mittagshitze von bis zu 37 Grad Celsius, die Athleten durchs baumlose Hinterland einer heißen Mittelmeerküste zu jagen. Wer hier das Trinken vergisst, bleibt wortwörtlich "auf der Strecke!" Allgemein wird der Rennkurs von den Fahrern als technisch sehr anspruchsvoll und durch das viele kleingemahlene Gestein als sehr rutschig beschrieben. Rollsplitt auf glattem Fels kann eine sehr ungesunde Mischung sein. Höchste Konzentration ist daher vonnöten, um auch im Schlussteil des Rennens, nicht durch Sturz alle Chancen zu verlieren. Auch kommt - siehe deutsches Team-Relay - der richtigen Materialwahl beim Thema Bereifung eine sehr wichtige Bedeutung zu. Der Sicherheit - während des kompletten Rennverlaufs die Luft im Reifen zu behalten - ist auf dem felsigen Untergrund des EM-Kurses mehr Beachtung zu schenken, als der puren Leichtigkeit des Seins, bei der vom Athleten gewählten Laufradeinheit.

Minimalziel ein Platz unter den ersten Zehn
Das Wunschergebnis des Freiburger wäre jedoch ein Platz in den Top Five! Diesen Anspruch stellt BDR-Nationalfahrer Moritz Milatz selbstbewusst an sich, auch wenn er in Anbetracht der Expertenmeinungen nicht zu den Favoriten fürs Podium gezählt wird. Da fallen eher Namen wie der des Spaniers José Antonio Hermida und des Titelverteidigers Ralph Näf aus der Schweiz, beides Team-Kollegen von Moritz Milatz beim Multivan Merida Biking Team. Aber auch der Tscheche Jaroslav Kulhavy und der Schweizer Christoph Sauser werden dem Kreis der Top-Favoriten zugerechnet. Moritz Milatz hingegen weiß was er drauf hat und das er bei richtiger Tagesform auch bei heißen Bedingungen weit vorne sein kann. Zuletzt bewies er das 2009, als er in der spanischen Hauptstadt Madrid beim Worldcup auf Rang drei fuhr - womit auch keiner der Experten gerechnet hatte. Voraussagungen mochte der Freiburger sein Abschneiden betreffend jedoch trotzdem nur sehr vage treffen: "Zu schwer wiegt die Tagesform bei internationalen Meisterschaften. Man weiß nie im Vorfeld wie man mit der Hitze und den Bedingungen am Renntag zurechtkommt. Ich befinde mich körperlich auf Top-Niveau, und wenn es im Rennen gutgeht, ist alles für mich möglich," so Moritz Milatz gestern Abend gut gelaunt am Telefon.

Michael Veit
www.moritz-milatz.de