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Tour de San Luis - Moritz Milatz überrascht beim Zeitfahren

Moritz Milatz
4. Etappe
4. Etappe
Robert Bengsch
Siegerehrung
5. Etappe
Das Zeitfahren der vierten Etappe hat die Gesamtwertung der Tour de San Luis auf den Kopf gestellt. Etappensieger und neuer Führender ist der Italiener Vincenzo Nibali (Liquigas). Der Deutsche Bahnspezialist Robert Bengsch - Moritz Milatz Teamkollege - belegte auf den 19,8 Kilometern mit nur vier Sekunden Rückstand einen hervorragenden zweiten Platz. Erneut starker Auftritt von Moritz Milatz: Zwar ohne Zeitfahrmaschine aber mit einem Stundenmittel von 44,97 Kilometern, belegte der Freiburger Mountainbike-Profi mit 2:07 Minuten Rückstand, Rang 50 von 131 gestarteten Fahrern. Moritz bleibt damit in der Gesamtwertung jetzt auf Rang 24, weiterhin bester Deutscher Fahrer.

Moritz Milatz schildert seinen Kampf gegen die Uhr:
"So, nun ist auch die vierte Etappe überstanden und das wesentlich erfolgreicher, als ich anfänglich dachte. Mein persönliches Drehbuch hieß heute: Überleben im Kampf gegen die Uhr, mich selbst, den Wind, die Hitze und den Hintermann! Denn das gefürchtete Zeitfahren über 19,8 Kilometer in San Luis stand an und meine letzten Erinnerungen an ein Zeitfahren, vor dreieinhalb Jahren bei der Sachsen-Tour, waren alles andere als ermutigend. Damals wurde ich fünft Letzter und drei nach mir gestartete Fahrer, hatten mich zu allem Überfluss auch noch überholt. Daher nahm ich mir für heute vor, wenigstens in der Karenzzeit zu bleiben und ein bisschen besser als damals abzuschneiden. Der Zeitfahrkurs selbst ist schnell beschrieben, ging es doch mit Gegenwind vom Start weg raus auf die Autobahn und dann nach 10 Kilometern, auf der Gegenspur wieder zurück!"

Alles entscheidende Aerodynamik und Tücken von Hochprofilfelgen
"Da ich keine extra Zeitfahrmaschine besitze, ging ich mit geliehenen Hochprofilfelgen und einem Zeitfahrhelm an den Start, um meine Windschlüpfrigkeit zumindest etwas zu verbessern. Die mir - mangels Praxis - unbekannten Fahreigenschaften von Hochprofilfelgen, hatten jedoch zur Folge, dass ich mich in der ersten scharfen Kurve, erst einmal grob versteuerte und den Umweg über die Wiese nehmen musste. Aber egal, weiter ging es mit tief eingezogenem Kopf immer gegen den Wind. Relativ schnell waren die ersten fünf Kilometer an mir vorüber geflogen. Seltsam nur, dass mir die nächsten fünf Kilometer, bis zum Wendepunkt, dann wie eine Ewigkeit vorkamen. Die Wende wollte und wollte nicht kommen. Nachdem ich den Umkehrpunkt dann wider Erwarten, doch noch irgendwann erreichte, machte ich mich auf den Rückweg, nun mit Rückenwind. Jetzt ging es zwar deutlich schneller voran, aber die Schmerzen in meinen Muskeln blieben. In der letzten Kurve rutschte ich dann fast wieder weg, dieses Mal aber, wie ich im Ziel bemerkte, mangels Luft im Reifen. Und welche Überraschung, ich schaffte es doch tatsächlich, ohne vom Hintermann eingeholt zu werden. Mein Fazit zum Thema Kampf gegen die Uhr: Zeitfahren bedeutet maximale Schmerzen, bei minimaler Abwechslung - wie schön ist doch mein geliebter Mountainbikesport!"

"Glückwunsch an dieser Stelle an meinen Mannschaftskollegen Robert Bengsch, der mit seinem zweiten Platz hinter Vincenzo Nibali, die Überraschung des Tages lieferte. Nur vier Sekunden fehlten ihm zum Tagessieg!"

Es geht wieder zurück in die Berge
Auf der morgigen fünften Etappe, führt die Rundfahrt von San Luis nach Carolina über 156,4 Kilometer. Nach dem Start geht es 110 Kilometer leicht gewellt, bis dann der steile Anstieg auf den 1720 Meter hohen 'Cerro el Amargo' folgt, der in seinen steilsten Stücken 11,5% Steigung aufweist. An der Bergwertung ist dann jedoch noch nicht Schluss, den es geht nochmals 18 Kilometer über kupiertes Gelände weiter bis ins Ziel. Für Moritz dürfte es morgen sehr wichtig sein, eine starke Gruppe für die letzten Kilometer zu finden.

Michael Veit
www.moritz-milatz.de

San Luis - Einzelzeitfahren 19,8 Kilometer
1. Vincenzo Nibali (Ita) Liquigas-Doimo 0:24:18 Minuten
2. Robert Bengsch (Ger) Germany 0:00:04
3. Pedro A. Nicasio (Bra) Funvic-Pindamonhangaba 0:00:11
4. Jorge Giacinti (Arg) Scott - Marcondes Cesar 0:00:11
5. Filippo Pozzato (Ita) Katusha 0:00:14
6. Victor H. Peña (Col) Colombia 0:00:28
7. Jose Serpa (Col) Androni-Giocattoli 0:00:30
8. Martin Garrido (Arg) Argentina 0:00:31
9. Matias Medici (Arg) Scott - Marcondes Cesar 0:00:31
10. Santiago Botero (Col) Colombia 0:00:33
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18. Henning Bommel (Ger) Germany 0:01:10
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43. Stefan Schafer (Ger) Germany 0:02:02
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46. Marcel Kalz (Ger) Germany 0:02:03
47. Sergej Fuchs (Ger) Nutrixxion-Sparkasse 0:02:03
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50. Moritz Milatz (Ger) Germany 0:02:07
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102. Crischa Janorschke (Ger) Nutrixxion-Sparkasse 0:03:49
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110. Philipp Mamos (Ger) Nutrixxion-Sparkasse 0:04:18
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120. Dirk Muller (Ger) Nutrixxion-Sparkasse 0:04:56
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123. Kim Lachmann (Ger) Nutrixxion-Sparkasse 0:05:15
124. Sebastian Forke (Ger) Nutrixxion-Sparkasse 0:05:19

Gesamtwertung nach vier Etappen
1. Vincenzo Nibali (Ita) Liquigas-Doimo 13:19:04 Stunden
2. Jorge Giacinti (Arg) Scott - Marcondes Cesar 0:00:26
3. Jose Serpa (Col) Androni-Giocattoli 0:00:30
4. Arnols Alcolea (Cub) Cuba 0:00:53
5. Ignacio Pereyra (Arg) Argentina 0:01:10
6. Santiago Botero (Col) Colombia 0:01:14
7. Gerardo Fernandez (Arg) Argentina 0:01:18
8. Magno Nazaret (Bra) Scott - Marcondes Cesar 0:01:20
9. Rafael Valls (Spa) Footon-Servetto-Fuji 0:01:22
10. Yosue Moyano (Arg) Argentina 0:01:36
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24. Moritz Milatz (Ger) Germany 0:02:46
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72. Sergej Fuchs (Ger) Nutrixxion-Sparkasse 0:07:28
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74. Robert Bengsch (Ger) Germany 0:07:44
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77. Philipp Mamos (Ger) Nutrixxion-Sparkasse 0:07:53
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79. Henning Bommel (Ger) Germany 0:08:07
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88. Marcel Kalz (Ger) Germany 0:09:13
89. Stefan Schafer (Ger) Germany 0:09:24
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103. Dirk Muller (Ger) Nutrixxion-Sparkasse 0:10:41
104. Crischa Janorschke (Ger) Nutrixxion-Sparkasse 0:10:46
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121. Kim Lachmann (Ger) Nutrixxion-Sparkasse 0:12:12
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127. Sebastian Forke (Ger) Nutrixxion-Sparkasse 0:16:45