Sehr spannend und mit einigen Überraschungen versehen, verlief der dritte Mountainbike-Worldcup der Saison im belgischen Houffalize. Die Frage die sich zu Anfang alle stellten war: Würde der Pfälzer Wolfram Kurschat seine Top-Platzierung vom vergangenen Wochenende in Offenburg wiederholen können, oder vielleicht sogar den Sieg erringen? Und würde Moritz Milatz, nach nunmehr überstandener Krankheit, an seine alte Form anknüpfen können? Beide Fragen können erfreulicherweise positiv beantwortet werden.
Starke deutsche Mountaibiker wie schon lange nicht mehr!
Wolfram Kurschat kann beim Ardennenklassiker wiederum den zweiten Platz erringen und man fragt sich inzwischen angesichts seiner Leistungsexplosion, was er die Jahre zuvor im Trainingsaufbau falsch gemacht hat? Mit nur 15 Sekunden Vorsprung gewinnt jedoch auch dieses Mal der Elsässer Julian Absalon das Rennen in Belgien! Ein dicker Stein vom Herzen dürfte vor allem Moritz Milatz gefallen sein, der mit seinem starken neunten Rang an alte Stärken anknüpfen kann!
"Bin langsam gestartet, ich wusste nicht wo ich stehe!...
... so Moritz Milatz Erklärung nach dem Rennen. Zwar war der Infekt von vor einer Woche, der ihn beim Worldcup in Offenburg noch eine bessere Platzierung geraubt hatte bereits Mitte der Woche verflogen, aber natürlich konnte der Freiburger im Vorhinein nicht wissen, wieviel Substanz ihn diese Erkrankung letztendlich gekostet hatte. Also ging er – von Platz 24 gestartet - das Rennen eher verhalten an. "Ab der zweiten Runde habe ich gemerkte, dass ich mit der Belastung gut zu recht komme und ab da habe ich das Tempo kontunuierlich erhöht und mich Platz um Platz nach vorne gearbeitet. In der letzten Runde war ich dann auch nicht übertrieben erschöpft und hatte sogar Kraft für eine weitere Runde gehabt. Wer weiß, was dann noch drin gewesen wäre. Aber selbstverständlich bin ich mit diesem Top-Ten-Ergebnis hochzufrieden. Es zeigt mir, dass mein im Vorfeld angemeldeter Anspruch auf die Top-Ten der Mountainbike-Elite korrekt war und ich leistungsmäßig da auch hingehöre. Daran will ich in Zukunft gerne wieder anknüpfen!"
Wieder ein starkes Abschneiden des Merida Teams
Mit Rang drei vom Schweizer Ralph Näf, dem sechsten Platz von José Antonio Hermida und Platz neun von Moritz Milatz, stellt das Merida-Team derzeit mit Abstand das stärkste Team auf internationaler Ebene. Mit dem 20. Platz von Jochen Käß und Platz 26 vom Niederländer Rudi van Houts, wird dieser perfekte Team-Auftritt sogar noch weiter optimiert. Fünf der sechs gestarteten Merida-Athleten sind unter den besten 30, damit baut der Magstädter Rennstall seine Führung in der Weltcup-Team-Gesamtwertung weiterhin deutlich aus!
Moritz' Vorschau auf seine nächsten Rennen:
"Schade, dass die Veranstaltung von Saalhausen am nächsten Wochenende genau in meiner Regenerationspause liegt. Zu gerne wäre ich dort wieder angetreten und hätte versucht meinen Vorjahressieg zu wiederholen. Aber mein Körper benötigt nun dringend eine Pause und es wäre im Hinblick auf den nächsten Worldcup in Madrid sehr unklug wenn ich mir jetzt diese wichtige Erholung nicht gönnen würde. Aber vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr wieder!" so Moritz. Sicher wird sein Start hingegen im schwäbischen Heubach auf der Ostalb übernächste Woche sein. Bei diesem Rennen, nur eine Woche vor dem Worldcup in Madrid, wird ein starkes internationales Fahrerfeld am Start stehen. Genau der richtige Gradmesser dann, um für Moritz zu sehen, wo er nach der Wettkampfpause steht!
Resultat Worldcup Houffalize - Männer:
1. Julien Absalon FRA 1:51:34 Stunden
2. Wolfram Kurschat GER +15
3. Ralph Näf SUI +52
4. Burry Stander RSA +1:15
5. Jean-Christophe Peraud FRA +1:26
6. Jose Antonio Hermida ESP +1:31
7. Sergio Mantecon Gutierrez ESP +1:54
8. Marco Aurelio Fontana ITA +2:16
9. Moritz Milatz GER +2:22
10. Roel Paulissen BEL +2:45
11. Christoph Sauser SUI +3:03
12. Stephane Tempier FRA +3:12
13. Nino Schurter SUI +3:22
14. Alexis Vuillermoz FRA +3:23
15. Manuel Fumic GER +3:36
16. Florian Vogel SUI +3:48
17. Leonardo Paez COL +4:13
18. Cedric Ravanel FRA +4:46
19. Chris Jongewaard AUS +5:02
20. Jochen Käß GER + 5:21
26. Rudi van Houts (NED), 1.58.17, +6.43
Worldcup-Gesamtstand nach Houffalize:
1. Julien Absalon (FRA), 700 Punkte
2. Wolfram Kurschat (GER), 540 (-160)
3. Burry Stander* (RSA), 300 (-400)
4. Jean-Christophe Peraud (FRA), 460 (-240)
5. José Hermida (ESP), 420 (-280)
6. Roel Paulissen (BEL), 380 (-320)
7. Nino Schurter (SUI), 305 (-395)
8. Ralph Näf (SUI), 300 (-400)
9. Lukas Flückiger (SUI), 276 (-424)
10. Stéphane Tempier (FRA), 315 (-385)
11. Christoph Sauser (SUI), 240 (-460)
14. Moritz Milatz (GER), 241 (-459)
15. Jochen Käß (GER), 305 (-395)
23. Rudi van Houts (NED), 216 (-484)
Teamwertung Worldcup Houffalize:
1. Multivan Merida Biking Team, 96 Punkte
2. Cannondale Factory Racing, 52
3. Specialized Factory Racing, 50
Team-Gesamtwertung nach Houffalize:
1. Multivan Merida Biking Team, 227 Punkte
2. Orbea, 158
3. Specialized Factory Racing, 150