Zwei Runden lang schien die Rechnung für Moritz Milatz beim Worldcup in Offenburg prima aufzugehen. Er wollte nahtlos an die Leistungen von Südafrika und Münsingen anknüpfen und die erste Top-Ten-Platzierung dieser Saison einfahren. Doch leider kam es dann anders als gedacht: Nach ziemlich genau zwei Runden - bis dahin auf Platz 11 liegend - schob Moritz' Körper dem Unterfangen einen Notriegel vor und versagte schließlich den Dienst in den Beinen. Schade, hatte sich doch der Freiburger besonders viel bei diesem, seinem Heimrennen vorgenommen. Umso enttäuschter war der 26-jährige als er zum Schluss mit Platz 33 vorlieb nehmen musste.
Die ganze Woche gut gefühlt - die Motivation ganz weit oben
Nachdem sich in Südafrika bereits abgezeichnet hatte, dass Moritz Milatz Vorbereitung mit dem Cape Epic-Etappenrennen wertvolle Früchte tragen würde, war spätestens nach dem überaus gelungenen Bundesligaauftakt in Münsingen klar, wohin die sportliche Reise des Freiburgers gehen sollte. Ganz nach vorne, oder zumindest in die Top-Ten! Noch kurz vor dem Rennen zeigte sich Moritz sehr zuversichtlich das er sein Potential im Rennen würde abrufen können. Die Tage zuvor hatte er intensiv auf der Strecke trainiert um sich einen optimalen Rhythmus für das Rennen anzueignen. Mit dem guten Startplatz 15 aus dem ersten Rennen aus Südafrika versehen, wollte er gleich vom Start weg voll mitgehen und sich aus allen eventuellen Scharmützeln im Startgedränge fernhalten. Nach einigem Ausprobieren entschied er sich kurz vor dem Rennen für sein Merida-Fully da die Strecke durch die lange Trockenheit sehr hart war.
Zwei Runden ging alles glatt, dann war plötzlich der Stecker draußen!
So schilderte Moritz seine Eindrücke nach dem Rennen und machte einen Eindruck als ob er das alles noch gar nicht fassen könne. Nach dem Start hatte er sich schnell um zwei, drei Plätze verbessern können und war dann deutlich auf Kurs für die Top-Ten. Er wusste das die Entscheidung bei diesem langen Rennen am Schluss fallen würde und versuchte daher, obwohl er durchaus hätte zulegen können, nicht alles am Anfang mit der Brechstange zu machen. "Urplötzlich haben dann meine Beine versagt, ich konnte danach einfach nicht mehr drücken, es kam keine Kraft mehr am Pedal an," so Moritz Milatz nach dem Rennen. Immerhin konnte er sich noch so gut es eben ging ins Ziel retten und hatte am Schluss mit Platz 33 lediglich dreieinhalb Minuten Zeit auf Platz 10 verloren. Ein Indiz dafür, auf welch hohem Niveau und mit welcher Leistungsdichte sich das Fahrerfeld der Männer inzwischen im internationalen Renn-Zirkus bewegt. Diese Abstände waren früher deutlich größer!
Der nächste Morgen bringt Klarheit für Moritz Milatz
Wo sich Moritz angesteckt haben könnte ist unklar, immerhin musste auch sein spanischer Team-Kollege José Antonio Hermida erkältungsbedingt bereits im Rennen die Segel streichen. Klar war heute Morgen jedoch, dass ein dummer Infekt die Ambitionen des Freiburgers im gestrigen Rennen ausgebremst hatte. Mit Unwohlsein und allen Anzeichen eines grippalen Infekts war Moritz aufgewacht und macht sich nun natürlich begründet Sorgen, ob er bis zum nächsten Wochenende, beim dritten Worldcup im belgischen Houffalize, wieder gesund sein wird. Man wird abwarten und sehen!
Was optimistisch stimmt ist die Tatsache, dass der bis gestern unerklärliche Kräfteverfall immerhin nachvollziehbare Gründe hat und die gute Form von Moritz, sofern er nächstes Wochenende wieder gesund sein sollte, bis dahin halten wird. Drücken wir Moritz also die Daumen und wünschen ihm eine schnelle Genesung!
Resultate Mountainbike Worldcup Offenburg
1. Julien Absalon (FRA), 1.49.26
2. Wolfram Kurschat (GER), 1.50.35, +1.09
3. Jean-Christophe Peraud (FRA), 1.50.50, +1.24
4. Burry Stander (RSA), 1.50.58, +1.32
5. Ralph Näf (SUI), 1.51.20, +1.54
6. Lukas Flückiger (SUI), 1.51.39, +2.13
7. Roel Paulissen (BEL), 1.51.45, +2.19
8. Aurelio Fontana (ITA), 1.51.45, +2.19
9. Geoff Kabush (CAN), 1.52.00, +2.34
10. Nino Schurter (SUI), 1.52.23, +2.57
15. Jochen Käß (GER), 1.53.15, +3.39
25. Rudi van Houts (NED), 1.54.56, +5.30
33. Moritz Milatz (GER), 1.55.47, +6.21
189. Robert Gehbauer (AUT), -4Laps
DNF José Antonio Hermida (ESP)