Mit einem doppelten Dreifach-Erfolg zelebrierte das Magstädter Multivan-Merida-Biking-Team eine totale Leistungsschau seines diesjährigen Profi-Kaders beim Bundesliga-Auftakt in Münsingen. Alle sechs angetretenen Merida-Profis platzierten sich in der Endabrechnung in den Top-Ten. Besonders auch Moritz Milatz konnte nahtlos an seine Leistung vom vorangegangen Worldcup-Wochenende in Südafrika anknüpfen und erreichte im Hauptrennen hinter seinem Schweizer Teamkollegen Ralph Näf einen hervorragenden zweiten Platz. Beim Sprintrennen am Vortag war es der dritte Rang. In einem mit Olympiasieger Julien Absalon und weiteren Top-Ten-Piloten international, hervorragend besetzten Fahrerfeld, demonstriert die diesjährige Bundesliga-Serie wiederum ihre fahrerische Klasse!
Ralph Näf nutzt Wochenende zum Doppelschlag!
Moritz' Team-Kollege, der Schweizer Ralph Näf, konnte sich bereits am Samstag beim 'Shortrace' durchsetzen, nachdem das Team in Allianz von José Hermida und Moritz Milatz taktisch klug das Finale vorbereitet hatte. Im darauffolgenden Cross-Country-Rennen am Sonntag, war es wiederum Näf, der sich anfänglich mit seinem Landsmann Martin Gujan absetzen konnte und dem Rennen damit seinen Stempel aufdrückte. Gujan konnte dann schlussendlich das hohe Tempo nicht mehr mitgehen und musste sich am Ende auch Moritz Milatz und Jochen Käß geschlagen geben. Mit dem Worldcup-Gewinner von Südafrika José Hermida auf dem 5. Platz, dem Niederländer Rudi van Houts auf Rang 9 und Hannes Genze auf Rang 10, unterstreicht das Multivan-Merida-Biking-Team seine momentan, außerordentliche Klasse.
Moritz Milatz' Eindrücke vom Rennen:
"Beim Sprint habe ich ja bisher schon sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht, speziell in Münsingen bin ich letztes Jahr beim Zeitfahren schon sehr frühzeitig ausgeschieden, dementsprechend gedämpft waren deshalb meine Erwartungen. Besonders gut fühlte ich mich auch nicht und das Ergebnis meiner anfänglichen Bemühungen erfuhr ich dann auch nicht gleich, also wartete ich geduldig bis sich herausstellte das ich zu den 30 Qualifizierten gehörte, die damit ins Viertelfinale einzogen. Na gut dachte ich, dann fahre ich halt nochmals eine Runde, besondere Hoffnungen auf ein abermaliges Weiterkommen machte ich mir aber deshalb immer noch nicht."
Moritz zweiter Name an diesem Tag hieß 'Lucky Loser'!
"Ich startete gleich im ersten der fünf Wertungsläufe des Viertelfinales, in dem schließlich die zwei Besten, sowie die zwei Zeitschnellsten sich für das anschließende Halbfinale qualifizieren konnten. Ich kam auch gar nicht schlecht weg vom Start und ging sogar als Führender um die erste Kurve. Auf der Geraden überholte mich dann mein Teamkollege Ralph Näf und dummerweise auf der Zielgerade auch noch ein junger Schwede, der bereits gestern das U23-Rennen gewonnen hatte. Na gut, dann habe ich jetzt wenigstens meine Ruhe dachte ich und kann auf die Strecke zum trainieren, weil zu den beiden 'Lucky Losers' zu gehören, ist bei fünf Wertungsläufen nicht übertrieben wahrscheinlich, zumal mein Team-Kollege José Hermida in seinem Lauf auch nur Dritter geworden war. Umso größer war dann meine Überraschung das ausgerechnet José und ich die beiden 'Glücklichen Verlierer' dieses Durchgangs waren!"
An manchen Tagen passt einfach alles!
"Im Halbfinale lief es dann überhaupt nicht, ich wurde lediglich Vierter meines Laufes, obwohl sich meine Beine von Mal zu Mal besser angefühlt hatten. Vierter bedeutet realistisch gesehen eigentlich ausgeschieden zu sein und damit maximal Hoffnung auf das kleine Finale zu haben. Umso mehr war ich überrascht, dass ich meinen Namen nicht auf der Liste für das kleine Finale finden konnte. Ich hatte erneut mächtig 'Massel', da ich wiederum als 'Lucky Loser' nun im großen Finale stand. Ab da war ich dann richtig motiviert! Im Finale kam ich super vom Start weg und fuhr als Zweiter hinter meinem Teamkollegen Ralph Näf in den Singletrail, José Hermida als Dritter. Der Rest war dann Taktik: Wir ließen Ralph fahren und bemühten uns, dass niemand das 'Loch' dazwischen zufahren konnte. Die Freude über diesen Dreifach-Erfolg war danach einfach riesig!"
Moritz nutzt die Gunst der Stunde!
"Für das Hauptrennen am Sonntag hatte ich mir im Vorfeld keine allzu großen Ziele gesetzt, da ich für das Worldcup-Rennen nächste Woche in Offenburg Körner sparen wollte. In der ersten Runde bemerkte ich dann aber, dass wir hier als Team wiederum gute Möglichkeiten haben würden, dieses Rennen zu bestimmen, da wir mit Ralph Näf, Jochen Käß und José Hermida und mir selbst, bereits zu Beginn des Rennens in sehr aussichtsreicher Position lagen. Leider wurde José Hermida vor mir in einen Sturz mit dem Italiener Fontana verwickelt, sodass er zurückgeworfen wurde. Ich hatte jedoch nur leichten Rückstand auf das Spitzentrio Ralph Näf und Martin Gujan und spürte dass ich an die beiden heranfahren konnte. Zur Hälfte des Rennens hatte ich dann auch Anschluss gefunden. Schnell war uns klar, dass Ralph Näf heute wohl der Stärkste sein würde."
Team-Taktik des Merida-Teams zahlt sich wieder aus!
"Also setzte ich mich Anfangs der drittletzten Runde an die Spitze und forcierte das Tempo. Kurz vor dem 'Singletrail' verlängerte dann Ralph Näf meine Attacke und konnte sich so einige Meter von uns absetzen, während ich versuchte das Tempo hinten zu kontrollieren. Im nächsten Anstieg versuchte dann der Schweizer Gujan mit einer Attacke wieder die Lücke zu schließen, musste aber eine halbe Rund später allerdings einsehen, dass er dies heute nicht schaffen konnte. Ich fuhr wieder zu ihm auf und überholte ihn, als ich bemerkte das er Probleme hatte und versuchte da nochmals das Tempo zu verschärfen. Jochen Käß, der nur einen kleinen Rückstand auf mich hatte, konnte dann auch noch gleich vorbeiziehen und so waren wir wieder – wie am Vortag - drei Merida-Fahrer an der Spitze. Die letzte Runde ging es dann nur noch darum keinen Fehler mehr zu machen, um unseren erneuten Dreifach-Triumph nicht noch zu gefährden. Der Rennausgang war damit für unser Team erneut erfolgreich entschieden!"
Ergebnis MTB-Bundesliga Münsingen, Elite Herren:
1. Ralph Näf (SUI), 1.43.12
2. Moritz Milatz (GER), 1.44.41, +1.29
3. Jochen Käß (GER), 1.45.10, +1.58
4. Martin Gujan (SUI), 1.45.50, +2.38
5. José Hermida (ESP), 1.45.56, +2.44
6. Julien Absalon (FRA), 1.45.07, +1.55
7. Milan Spesny (CZE), 1.46.55, +3.43
8. Robert Mennen (GER), 1.47.59, +4.47
9. Rudi van Houts (NED), 1.48.53, +5.41
10. Hannes Genze (GER), 1.49.13, +6.01